Ein junges Ehepaar lebte recht vergnügt und glücklich beisammen und hatte nur den einen einzigen Fehler, der in jeder menschlichen Brust daheim ist: Wenn man es gut hat, hätte man es gern besser. Aus diesem Fehler entstehen so viele törichte Wünsche, woran es Hans und seiner Liese auch nicht fehlte. Eines Abends, als sie friedlich am Ofen saßen, kam durch die Tür eine Fee herein und die ganze Stube war voll Rosenduft. Über so etwas kann man nun doch ein wenig erschrecken, so schön es aussehen mag. Aber unser gutes Ehepaar erholte sich doch bald wieder, als die Fee mit süßer Stimme sprach: "Ich bin eure Freundin, die Bergfee Anna. Drei Wünsche habt ihr frei. Drei Wünsche sollen erfüllt werden." Hans drückte den Ellenbogen an den Arm seiner Frau, als ob er sagen wollte: "Das klingt gut." Liese war schon im Begriff den Mund zu öffnen, als die Bergfee sie mit aufgehobenem Zeigefinger warnte: "Acht Tage lang", sagte sie, "habt ihr Zeit. Bedenkt euch wohl und übereilt euch nicht!" Die Fee verschwand und die Lampe brannte wie vorher und statt des Rosenduftes zog wieder wie eine Wolke am Himmel der Öldampf durch die Stube.