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Sonntag, 2. Mai 2004 19:43 Alter: 14 Jahr(e)
Kategorie: Tastschreiben/PC-Schreiben

Von: Sven Greiner

Menschen am Tippen erkennen

Es gibt keine zwei Menschen, deren Handschriften in sämtlichen Merkmalen übereinstimmen. Aber auch jeder, der auf der Tastatur eines Computers schreibt, tut es auf eine Art und Weise, die für ihn nicht weniger kennzeichnend ist als sein Fingerabdruck.


Ido Yariv und Mordechai Nisenson vom Israel Institute of Technology in Haifa haben ein Computerprogramm entwickelt, das sich diesen Umstand zu Nutze macht. Das Programm kann in Sekundenschnelle und mit einem hohen Grad an Zuverlässigkeit beliebige Personen an der Eigentümlichkeit ihres Tipprhythmus erkennen. Alles, was es hierfür an Informationen braucht, sind die zeitlichen Abstände, die zwischen den einzelnen Anschlägen liegen, wenn jemand auf der Tastatur eine Folge von Buchstaben eingibt. Diese Daten wertet es statistisch aus, und anhand der charakteristischen Muster, die die Tastenanschläge ergeben, kann es dann mit 95-prozentiger Sicherheit jeden wiedererkennen, mit dem es ein weiteres Mal konfrontiert wird. Und stößt es auf Personen, deren Tippgewohnheiten es noch nicht untersucht hat, bemerkt es das mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 99 Prozent. Als Schriftprobe genügt ihm dabei der erstbeste Satz. Das Programm ist überdies lernfähig. Je mehr Daten ihm über einen individuellen Schreibstil zur Verfügung stehen, desto zuverlässiger erkennt es ihn wieder.

Vergleichbare Programme gibt es zwar schon seit den 80er Jahren. Sie haben jedoch den großen Nachteil, nur dann einigermaßen genau zu arbeiten, wenn sie mit einer immergleichen und ellenlangen Sequenz von Sätzen gefüttert werden. Die Software von Yariv und Nisenson ist hingegen leicht zu handhaben. Wenn sie installiert ist, erledigt der Computer alles selbst. Hat er sich mit dem Schreibstil seines Besitzers genügend vertraut gemacht, löst er sofort Alarm aus, wenn Fremde den Tasten zu nahe kommen.

Die Forscher arbeiten an einem weiteren Programm, das es ermöglichen soll, jeden Computernutzer zusätzlich daran zu erkennen, wie er mit seiner Maus umgeht. Außerdem beabsichtigen sie, für Autos Sicherheitsvorrichtungen zu konstruieren, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren. In diesem Fall würde es sich um ein Computerprogramm handeln, das lernen kann, jeden Autofahrer und jede Autofahrerin danach zu unterscheiden, wie er oder sie jeweils bremst, beschleunigt, wendet, blinkt oder einparkt. Yariv und Nisenson sind inzwischen damit beschäftigt, zu erreichen, dass das System auch dann noch präzise funktioniert, wenn sich jemand eine Hand- oder Fingerverletzung zugezogen hat. Wenn es ausgereift ist, könnte es Passwörter überflüssig machen und Comptuer und Daten erheblich besser vor Missbrauch schützen.

Quelle: "Sonntag aktuell" vom 29. Februar 2004



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