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Donnerstag, 24. November 2005 11:02 Alter: 12 Jahr(e)

Von: Gregor Keller

Helga Protz (Hamburg) †

Am 22. November 2005 verstarb im Alter von 76 Jahren in Hamburg unser langjähriges Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Stenografenbundes und Schriftleiterin der Deutschen Stenografenzeitung Helga Protz.




Helga Protz

1948 legte sie als Handelsschülerin die staatliche Kurzschriftlehrerprüfung ab. Am ersten Deutschen Stenografentag in Karlsruhe nahm sie als Wettschreiberin teil. Das war wohl der Auslöser für ihre ungezählten Teilnahmen an Wettschreiben. Die Atmosphäre einer solchen Tagung hatte sie eingefangen. Sie schrieb 300 Silben mit einer geradezu druckreifen Kurzschrift. Bei kleinen, großen, nationalen, internationalen Stenografentreffen hat sie viele Freundschaften geknüpft.

Häufiger Gast war sie in der stenografischen Bibliothek in Dresden und eng befreundet mit deren langjähriger Leiterin Elfriede Wedegärtner. Helga Protz befasste sich intensiv mit der Kurzschrift und deren Wurzeln und konnte auch andere Systeme lesen. Manche "Übersetzungen" kamen aus Hamburg.

Mit Walther Kaspar hat sie 1956 ein Lehrbuch "Leicht und lustig" mit heiteren Tönen für den Kurzschriftunterricht herausgegeben. Bekannt geworden ist auch der Stenokrimi "Der Schlangenring".

Fast 16 Jahre war Helga Protz Schriftleiterin der Deutschen Stenografenzeitung, ehe sie diese Aufgabe an Peter Flühr 1994 weiter gab. 1978 hatte sie das Amt der Schriftführerin im Geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Stenografenbundes bei der Mitgliederversammlung in Münster übernommen – ein Amt das sie bis 1998 ausübte.

Auszeichnungen bekam sie viele, zwei seien hier genannt, die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, überreicht im Hamburger Rathaus am 22. Februar 1996 und die Ehrenplakette des Deutschen Stenografenbundes überreicht am 16. Mai 1999 in Oberhausen. Natürlich hatte sie auch alle Leistungsabzeichen, die der DStB für hervorragende Kurzschriftleistungen zu vergeben hat. Helga Protz war seit 1948 in unserer Organisation ehrenamtlich tätig. Neben den schon geschilderten Aktivitäten leitete sie Diktatklassen, war Jugendleiterin, trainierte Meisterschreiber, war Bezirksvorstandsmitglied.

Besonders gerne nahm sie an den Interstenokongressen teil. Immer aktiv. Und sie schrieb hoch interessante Berichte insbesondere über diese internationalen Veranstaltungen in "ihrer" Deutschen Stenografenzeitung, die auch heute noch unverändert interessant und lesenswert sind. "Höchstes Ziel ist die Freundschaft", so einer ihrer bemerkenswerten Beiträge über die INTERSTENO.

Die Jahreshauptversammlung der Intersteno-Landesgruppe Deutschland am 11. September in Darmstadt war das letzte große Treffen an dem Helga Protz teilgenommen hat.

Der Schreiber dieser Zeilen bemerkte schon, dass sie deutlich ruhiger war als sonst. "Es geht mir nicht besonders gut", meinte sie auf unserer Fahrt durch Darmstadt und den Odenwald.

Na wird schon wieder ... Es wurde nicht wieder. Keine Telefongespräche mehr mit Austausch von Erinnerungen an schöne, vergangene und lebhafte Zeiten, kein engagierter Einsatz mehr für ihre geliebte Einheitskurzschrift, kein Kaffee mehr aus der Wand ...

Am 22. November hat uns Helga Protz für immer verlassen. Sie fehlt uns jetzt schon. Sie wird uns immer in Erinnerung bleiben und sie hat ihren festen Platz in der Geschichte des Deutschen Stenografenbundes und der Intersteno.



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