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Samstag, 10. Februar 2007 14:25 Alter: 11 Jahr(e)

Von: Gregor Keller

Am Gabelsberger-Geburtstag zu Besuch im European Space Operations Centre (ESOC)

Am 9. Februar 2007 besichtigte eine Gruppe Interessierter, darunter 10 Stenografen aus Darmstadt und Erbach das ESOC in der Nähe des Darmstädter Hauptbahnhofs. Organisiert hatte die Besichtigung das Vorstandsmitglied des Darmstädter Stenografenvereins Karl-Heinz Hirz.


Das ESOC ist das Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency). Es ist seit 40 Jahren für den Betrieb der ESA-Satelliten, die dazugehörigen Bodenstationen und das Kommunikationsnetzwerk verantwortlich. Das ESOC wurde damals u. a. wegen eines in Darmstadt vorhandenen äußerst leistungsfähigen Großrechners hier gegründet, auch die zentrale Lage der Stadt war von Bedeutung. Bislang hat ESOC über 50 Satelliten betreut, besonders bekannte darunter Huygens, Mars Express, Rosetta, Envisat und weitere. ESOC ist in der Lage regelmäßig gleichzeitig über 10 Satelliten und weitere Satelliten in der frühen Startphase zu kontrollieren und auch Rettungsaktionen durchzuführen. Das ESOC beschäftigt rund 250 Angestellte und 550 Mitarbeiter in Vertragsfirmen. Die betreuten Bodenstationen befinden sich in Kourou (Französisch-Guayana), Perth (Australien), Redu (Belgien), Maspalomas und Villafrance in Spanien sowie eine polare Station in Kiruna (Schweden).

Das Kontrollzentrum in Darmstadt übernimmt unmittelbar nach der Trennung des Satelliten von der Trägerrakete vom ESOC-Hauptkontrollturm die Steuerung. Es besteht ständig Kontakt mit dem Bodenstationsnetz der ESA. Hat der Satellit seine Routineflugbahn erreicht wird er weiter von einem Nebenraum aus ständig kontrolliert. Die ESOC-Spezialisten aus vielen Ländern Europas ("amtlich" gesprochen wird hier englisch und französisch) sind für die Steuerung der Flugbahn sowie die Ausrichtung und Orientierung im Weltraum verantwortlich. Unterstützt werden auch andere Arten von Missionen, von der Erdbeobachtung über Astronomie und Planetenwissenschaften bis hin zur Navigation. Zum Aufgabenbereich gehören auch Analysen, Flugdynamik, Auswahl der optimalen Umlaufbahn, Auswahl von Trägerraketen, komplexe Manöver.

Die kompetente Gruppenführung durch Frau Dr. Just dauerte 1 ½ Stunden einschl. der Vorführung eines interessanten Films. Und an Informationsmaterial wurde auch nicht gespart. Besonders freuten sich alle Besucher über die Möglichkeit, die Kontrollräume mit den zahlreichen Bildschirmen zu beobachten, die doch auch immer mal wieder bei Fernsehübertragungen - dann oft mit dem Jubel der Mitarbeiter - zu sehen sind, wenn ein spektakulärer Start einer Rakete zum guten Abschluss gekommen ist.

Franz Xaver Gabelsberger wäre bei dieser Besichtigung sicher gerne dabei gewesen, war er doch der Technik (Rechnen und Physik lagen ihm, das beweisen auch seine Erfindungen einer "mechanischen Rechentafel" und einer "mechanischen Uhr") gegenüber sehr aufgeschlossen. Es war ein ausgezeichneter Zufall, dass wir am 9. Februar das ESOC besichtigt haben, dem Geburtstag des Ahnherrn der Stenografen Franz Xaver Gabelsberger, der 1789 in München das Licht der Welt erblickte.



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